Donnerstag, 25. Juni 2009

Wissenschaftlichen Gespraechskreises (WGK) in Seoul

Gestern bin ich zum ersten mal zum wissenschaftlichen Gesprächkreis (WGK) gegangen. Die von der Deutschen Botschaft, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und dem Goethe-Institut Korea zusammen organisierte Veranstaltung "moechte eine Plattform sein,
um aktuelle Themen aus Wissenschaft, Forschung und Technologie in deutscher Sprache zu diskutieren", heißt es in offizieller Einladung, die ich per-Email erhalten hatte.

Da waren insgesamt c.a. 20 Leute, Koreaner waren mehr als die Hälfte. Was mich gestern abend irritiert hat, war die für mich völlig überraschende "familiäre" Atmosphäre dieser wissenschaftlichen Veranstaltung. Da gab es keine richtige Einführung von der Seite des Organisators; der Verantwortliche, vermutlich von DAAD, fühlte sich vor dem Publikum nicht einmal sich vorstellen zu müssen, so ich nicht wußte, wer dieser Herr mit Anzug sei und warum er das erste Wort ergreift, das allerdings völlig unvorbereitet und spontan geschieht wie etwa in einem Familien-Fest. Dies war auch der Fall für den nächsten Sprecher, der dem Publikum erzählen sollte, wie es dazu gekommen ist, dass Dr. Harald Weilnboeck, der eigentliche Redner gerade einen Vortrag hält. Dies geschieht ebenso in derartig "familiär", als höre ich eine Geschichte des Bräutigams, der erzählt, wie er seine Braut getroffen hat.

Selbstverständlich hat er auch nicht selbst vorgestellt, so ich bis zum Ende der Diskussion keine Ahnung hatte, wer dann dieser Herr ist, der auch die Diskussion "moderiert" hat. Als dieser "Moderator" soagar die Vorstellung des Redners dem Vortragende überlassen hat - "Sie können von sich selbst reden"!, was aber nicht geschieht - war meine Verwirrung größer.

Vermutlich liegt es daran, dass sowohl die Organisatoren als auch das Publikum längst von einander so gut kennt, dass man denkt, sich die "Formalitäten", die sonst in solchen öffentlichen Veranstlaungen erforderlich sind, ersparen zu können. Daraus ergibt sich diese für mich aber seltsame "familiäre Atmosphäre" des wissenschaftlichen Gesprächkreises, die gerade nicht günstig ist, der Veranstaltung eine gewisse Ernsthaftigkeit zu verleihen, geschweige denn eine "Wissenschaftlichekeit", die von den Organisatoren doch groß geschrieben ist.