Dienstag, 16. Juni 2009

Stadt wie Wilde

Was die Landschaft der Stadt, besonders in Satelliten-Städte wie Yong-In, bestimmt, ist nicht das langfristige Plan. Zunächst baut die Baufirma die Hochhäuser, Apartments, auf dem Grundstück, den sie von den kleinen Bauern gekauft hatte, obwohl da keine Infrastruktur wie Straße, U-Bahn-Linie, Schule usw. gibt. Denn die Baufirma weiß zu gut, wenn die Menschen in Vielzahl in jene Hochhäuser einziehen, werden die zuständigen Behörde gezwungen, solche Einrichtungen mit Staatsgeld aufzubaunen haben. Dass dies gar nicht nach dem lanngfristigen Plan geschieht, steht auf der Hand. Die Straßen müssen fast in aller zwei Jahren neu gebaut werden, da immer mehr Apartments aufgebaut werden. Die etwa vor wenigen Jahren aufgebauten Laden-Gebäude entlang dem Apratments-Komplex werden wieder abgerissen, um die Straße, gebaut ebenso vor wenigen Jahren, zu erweitern.

Dadurch entsteht eine seltsame Stadtlandschaft, die aber fast wie Wildnatur aussieht. Die Berge von Apartments ragen hintereinander wie aufgestellte Dominos und man verliert leicht in jenem Jungle von Hochhäuser sein eigenes Zuhause, wenn man den Namen nicht richtig merkt.

2 Kommentare:

Gitte hat gesagt…

aber muss die stadt (bzw. die zuständige behörde) nicht die baugenehmigung erteilen? oder kann man, wenn man land besitzt, bauen, was man will?

ich finde die abwesenheit von stadtplanung einen der interessantesten aspekte in seoul und umgebung. der krasse gegensatz dazu ist tokio, wo man das gefühl hat, alles wurde bis ins kleinste detail geplant.

stadtdschungel, dominosteine -- für mich sind die häuser burgen. die burg des modernen menschen ist aus beton, und er schützt sich vor der natur, dem letzten feind.

southclock hat gesagt…

Die Stadtlandschaft, die sich aufgrund der abwesenden Planung fast naturwüchsig ergibt, hinterlässt interessante Punkte, über die wir nachdenken können.

Wenn die große Planung von Hausmann die jetzige Landschaft Paris bestimmt hat, unterscheidet sich die von Seoul durch die Planlosigkeit, die mit den kurzfristigen Bedürfnissen ein wechselhaftes Bild der Stadt erzeugt.

Die 'tradierte' Natur wie Gemüsefeld usw. wird durch die Beton Burg besetzt. Was ironisch ist, dass man aber wiederum innerhalb oder neben dieser Betonwelt eine 'inszenierte' künstliche Natur aufbaut...